Vorwärts-Legende Heli Just (1946-2022)

Eine der größten Legenden unserer Klubgeschichte hat für immer seine Augen geschlossen: Helmut Just. Ein rot-weißer Nachruf.

Vereinstreue ist heutzutage schon äußerst selten geworden, war in früheren Jahrzehnten allerdings Ausdruck einer starken sportlichen Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit. Ein besonders gutes Beispiel dafür ist Helmut Just, Spitzname „Heli“. Über einen Zeitraum von 24 Jahren war er – mit nur einer kurzen Unterbrechung – im Sportklub Vorwärts aktiv! Und dies auch sehr erfolgreich!

Heli gehörte der unmittelbaren Nachkriegsgeneration an, geboren im Mai 1946. Seine lange sportliche Laufbahn startete er 1957, mit elf Jahren, im Nachwuchs des SV Zistersdorf 1927, im östlichen Weinviertel. Wenige Zeit später, 1960, wurde nach Steyr übersiedelt und der fußballbegeisterte Heli trat unserem Klub bei, als Teil der Vorwärts-Jugend. Er wurde meist als Stürmer eingesetzt. Auf der Rechtsverbinder- und Rechtsaußen-Position entwickelte er sich bis prächtig. 1965 machte Just einen kurzen Abstecher auf die Ennsleite zum ASV Bewegung, ehe er bereits zwei Jahre darauf wieder zum SK Vorwärts heimkehrte. Im August 1967 konnte er sich erstmals im Reserve-Team und im selben Monat auch in der Kampfmannschaft, dem Aushängeschild des Vereins, beweisen. Sein Debut feierte er beim Auswärtsspiel in Leoben-Donawitz. Von nun an war Heli Just aus dem Team nicht mehr wegzudenken. Die Rechtsaußen-Position war meist fix von ihm besetzt. Nach dem Abstieg in die oö Landesliga im Sommer 1969 folgte bereits ein Jahr darauf der sofortige Wiederaufstieg in die Regionalliga Mitte (damals zweithöchstes Level). In der heißen Phase um den Meistertitel 1970 lagen die Steyrer Stadtrivalen Vorwärts und Amateure voran. Das letzte Spiel gegen Urfahr wurde mit 3:1 gewonnen, Vorwärts erkämpfte sich den Landesmeistertitel. Einer der Torschützen: Heli Just.

just ca 75

Seine Stärken waren Schnelligkeit, Dribbelkunst und Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor. Just galt als einer der besten Flügelstürmer des Bundeslandes. Was den Anhängern und allen Beteiligten rundherum ebenso im Gedächtnis blieb – bis heute: seine markante blonde Mähne. Eine atemberaubende Frisur, die sich zu seinem äußerlichen Markenzeichen entwickelte. Anfang der Siebzigerjahre konnte auch sein Bruder Christian einen Platz in der Kampfmannschaft ergattern und oft liefen Just I und Just II gemeinsam auf den Rasen. Es folgten Einsätze in der OÖ-Auswahl, und 1975 sowie 1979 konnten sie mit ihren Teamkollegen die nächsten oö Landesmeistertitel feiern. Das entscheidende Auswärtsspiel in Traun im Juni 1979 vor 2500 Fans – davon 1500 Rot-Weiße – wurde 3:0 gewonnen. Christian und Heli waren Teil dieses Triumphes, dem der Aufstieg in die 2. Division folgen sollte.

Seine Einsätze in der 2. Division 1979/80, in denen Heli Just seine große Erfahrung und Stärke zeigen konnte, bildeten einen würdigen Abschluss seiner überaus langen Spieler-Laufbahn. Bereits einige Zeit zuvor klopften große Vereine an die Tür, um ihn zu verpflichten. Beim Wiener Sportclub absolvierte er sogar ein Probespiel, lehnte aber dann aus familiären und beruflichen Gründen ab. Noch bis 1981 spielte Heli in der „Ersten“, danach trainierte er selbige bis Sommer 1984 gemeinsam mit Rudolf Stadlbauer.

Meisterteam Sommer 79 HQ - Kopie

Beruflich arbeitete Just, wie damals der Großteil der Vorwärtsler, in den Steyr-Werken. Später wirkte er im Betriebsrat von SNF und MAN, und wohnte im Stadtteil Münichholz.

Zum 100jährigen Vereinsjubiläum war er Teil der Kandidaten zur Jahrhundertspieler-Wahl und betrat am 14.4.2019 ein letztes Mal den Rasen des Vorwärtsplatzes. Viele schöne Erinnerungen an eine große Zeit im rot-weißen Trikot wurden wach – die Freude darüber war ihm ins Gesicht geschrieben.

Ende Februar 2022 verstarb Heli Just im 76. Lebensjahr.

DANKE FÜR DEINEN GROßEN EINSATZ FÜR UNSERE FARBEN!

Ruhe in Frieden

Kommentare sind geschlossen.

Erstelle eine Website oder ein Blog auf WordPress.com

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: